Bleib auf dem Laufenden!

Gründerinnen Interview: Alina Eynck

Gründerin Alina Eynck mischt mit ihrem Unternehmen die Start-Up Branche auf

Wer bist du und was machst du mit deinem Start-up?

Hi, ich bin Alina und habe mich mit meinem Unternehmen Prozelina der Sinnlichkeit in Form von Porzellan-Sexspielzeug verschrieben!

Was treibt dich täglich aufs Neue an?

Neugierde. Es gibt unglaublich spannende Entwicklungen in der Erotikbranche und Gesellschaft. Ich möchte daran teilhaben, eine positive Bewegung mittragen und ständig weiter lernen.

Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen?

Die Idee entstand eigentlich vor vielen Jahren im Designstudium, als wir im Rahmen der Keramik-Kurse Gipsobjekte zur Übung schnitzen sollten. Gips-Sextoys sind natürlich nicht so toll, deswegen bin ich einfach rüber in die Porzellan-Werkstatt gegangen und habe die Idee dort umgesetzt. Bei meiner Masterthesis habe ich das alte Projekt dann einmal neu angefasst und wissenschaftlich gestützt ein ganz neues Set erarbeitet.

Was machst du anders als andere? Wie beschreiben dich deine Freunde und dein Umfeld?

Ich versuche möglichst oft andere mitprofitieren zu lassen. Es ist schon mal vorgekommen, dass mein Kuchenstück dadurch ein wenig kleiner war, aber ich denke, das ist es wert. Das Konkurrenzdenken vermeide ich ganz bewusst, denn es bringt nur schlechte Stimmung. Da teile ich lieber meine Erfahrungen und Kontakte. So habe ich im besten Fall vielleicht sogar neue Mitstreiter:innen, Fans und Freunde gefunden.

Letztens wurde ich als risikofreudig beschrieben. Ich würde eher sagen, dass ich risikobereit bin, mit Freude hat das an sich nicht viel zu tun. Es ist eher eine Notwendigkeit, um Visionen umzusetzen. Die Risikobereitschaft geht bei mir Hand in Hand mit einem gewissen Grundvertrauen. Wenn ich weiß, dass ich mit jeder möglichen Konsequenz aus meinem Handeln zurechtkommen kann, dann ist es leichter, etwas zu riskieren. Sei es gesellschaftliches Ansehen oder finanzielle Auswirkungen.

Wann wusstest du, dass du gründen wirst?

Ich habe mir nie explizit vorgenommen ein Unternehmen zu gründen. Es war eher ein logischer Schritt und der Zeitpunkt war für mich persönlich günstig. Frisch vom Master, keine großartigen Verpflichtungen, Lebensstandard niedrig. Jetzt oder nie.

Was war das Verrückteste, was du für deine Gründung getan hast?

Meine Küche zur Gipswerkstatt umfunktioniert. Pandemiebedingt war die Situation schwierig und der Kredit für die Gussformen hat zu lange auf sich warten lassen, also musste ich zuhause selbst ran. Erst habe ich mich gefreut und mit ein wenig Sehnsucht an mein Designstudium zurück gedacht. Wie es sich herausstellte, sind Küchen aber keine besonders praktischen Werkstätten zum Formenbau und genau so sah es auch aus.

Was war bisher deine größte Herausforderung? Und wie hast du sie gemeistert?

Die Nerven beim Formenbau zu behalten. Zwei Wochen lang habe ich an den empfindlichen Formen gebaut und immer ist irgendwas kaputt gegangen oder hat nicht geklappt. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, aber ohne Werkstatt und mit Zeitdruck waren die Voraussetzungen nicht besonders gut. Dann sind auch noch beim Versand zu der ersten Manufaktur einige der Formen kaputt gegangen. Es war extrem frustrierend.

Ehrlich gesagt kannte ich diese Art von Wut noch nicht und habe den Frust versucht umzuleiten. Dann Tee trinken, durchatmen, weitermachen. Den nächsten Tag mit maximalem Optimismus angehen. Und alles wieder von vorn. Zwei Wochen lang sind meine Schlappen wütend durch die Gegend geflogen!

Was war bisher dein schönster Erfolg?

Die beiden Designawards. So früh in einer Karriere eine so große internationale Anerkennung zu bekommen, eine Gala zu besuchen und auf dem roten Teppich zu stehen – das ist etwas ganz besonderes für mich.

Welche Eigenschaft braucht man als Gründer*in?

Es gibt so einen schönen Satz von Paul Valéry: “je suis plusieurs”. Ich bin viele. Das macht Sinn, denn als Gründerin bin ich tatsächlich viele: Tüftlerin, Managerin, Vertrieblerin, … Sich immer wieder auf neue Aufgaben einzulassen, flexibel und vielseitig zu sein, das sehe ich als grundlegende Eigenschaften für eine Gründungspersönlichkeit. Besonders wenn man alleine gründet.

Was ist für dich das schönste daran, Gründerin zu sein?

Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit. Gründen ist fast schon eine spirituelle Lebenserfahrung, denn ich denke, dass es einen nachhaltigen Wandel und Stärkung der eigenen Persönlichkeit mit sich bringt.

Wenn du heute mit deiner Gründungsidee nochmal neu starten könntest, was würdest du diesmal anders machen?

Ich würde mit jemandem zusammen gründen. Nicht nur, um die Verantwortung und die Aufgaben zu teilen, sondern auch, um jemanden an der Seite zu haben, der genau so tief in der Materie ist. Jemanden, mit dem man die Schwierigkeiten und Erfolge teilen kann. Manchmal fühlt sich das nämlich ein wenig unwirklich an.

Ist es schlimmer zu versagen oder es nie versucht zu haben?

Beides fühlt sich erstmal nicht gut an. Ich versuche möglichst viele Chancen wahrzunehmen, weil ich unglaublich neugierig bin. Man muss aber nicht immer alles mitnehmen, besonders wenn es nur von der Angst, etwas zu verpassen, getrieben ist. Bestimmte Dinge aus guten Gründen nicht zu versuchen, finde ich klug und zeugt für mich auch von unternehmerischem Denken. Chancen aus diffuser Angst nicht anzugehen wäre aber sehr schade, deswegen bin ich Team: Lieber versuchen und eventuell scheitern.

Was würdest du gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen, die am Anfang stehen, mitgeben wollen?

In jeder Disziplin Expertin zu sein ist nicht möglich. Das ist aber auch gar nicht notwendig, denn wir wachsen an unseren Aufgaben. Mir kam bisher keine einzige Aufgabe entgegen, die ich nicht bewältigen konnte. Und es gibt viele Menschen, die unterstützen wollen. Diese Hilfe anzunehmen erleichtert vieles.

Am Anfang sieht das Projekt vielleicht unglaublich komplex und überfordernd aus, aber sobald man anfängt, teilen sich die großen Aufgaben und Ziele in viele kleine Arbeitspakete und naheliegende Schritte. Einfach mal den ersten Schritt machen und dann immer eins nach dem anderen!

Gibt es etwas in deiner Gründung, bei dem du gerade konkret Hilfe benötigst?

Social Media. Mir entzieht das Thema unglaublich viel Energie und ich freue mich, wenn ich das irgendwann abgeben kann.

Wie können sich unsere Leser*innen mit dir vernetzen?

Um auf dem Laufenden zu bleiben, gerne auf meiner Webseite für den Newsletter eintragen. Wir sind außerdem auf LinkedIn, Facebook und Instagram. Für direkten Kontakt kann man dort eine Nachricht hinterlassen oder einfach eine Mail schreiben.

Vielen Dank Alina, wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft!

Picture of Lena Snykers

Lena Snykers

Diesen Beitrag teilen

Facebook
Twitter
LinkedIn

Weitere Beiträge

Gründerinnen Interview: Monika Wacker

"Vernetzt euch, nutzt jede Unterstützung, die ihr kriegen könnt. Glaubt an euch und rüstet euch!" - Monika Wacker hat sich mit ihrer Gründung verwirklicht.
Zwei Frauen vor weißem Hintergrund.

Gründerinnen Interview: Franziska & Anna

"Vertraut euch und eurer Idee und sucht euch Team-Mitglieder, auf die ihr euch verlassen könnt." - Gründerinnen Franziska und Anna haben ihr Hobby zum Beruf gemacht.