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Frau steht mit einem Laptop in der Hand am Fenster.

Gründerinnen Interview: Alessia Henoch

„Klar schaff ich das, ich finde jetzt einfach mal raus wie das geht".

Wer bist du und was machst du mit deinem Start-up?

Ich bin Alessia – Organisationsentwicklerin und Gesundheitsförderin für StarterInnen und Start Ups. Wir unterstützen Menschen und Organisationen dabei Veränderungsprozesse erfolgreich umzusetzen, das Teamklima zu verbessern und dabei wie von selbst jeden Tag gesünder und leistungsfähiger zu sein.

Eine Frau in schwarzem Top und Jeans sitzt auf einem Stuhl. Sie lächelt und schaut nach links.

Was treibt dich täglich aufs Neue an?

Wir alle haben eine Health Span und eine Life Span – also eine Zeit die wir leben (die immer länger wird) und eine Zeit in der wir gesund sind (die immer kürzer wird). Ich möchte einen Teil dazu beitragen, dass diese beiden Dinge möglichst nahe aneinander
liegen. Dazu gehört für mich aber eben auch die Gestaltung eines Arbeitsumfelds, welches für unsere heutige Welt mit ihren Anforderungen passt und den Menschen die dafür notwendige Selbstverantwortung zu geben. Denn „neue Arbeit“ braucht die
Fähigkeit der Einzelnen, die eigenen Ressourcen zu kennen, einzuschätzen und managen zu können sowie eine Unternehmenskultur, die Interaktion und Reflexion fördert und so ein „Wir Gefühl“ stärkt.

Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen?

Es war ein Prozess. Manchmal sage ich, dass meine Eltern sich einen strukturierteren Lebenslauf für mich gewünscht hätten. Aber ehrlich gesagt hat genau das ausprobieren und vor allem auch lernen in verschiedenen Bereichen dazu geführt, dass ich heute bin wo ich bin. Die Idee kam nach und nach aus einzelnen Bruchstücken, die mir in meiner Arbeit begegnet sind.
Was mir vor allem gefehlt hat, gerade wenn ich mit Teams und Organisationen gearbeitet habe, war die Ganzheitlichkeit. Mehr Demokratie im Team ist nicht die Lösung, wenn die Führungsetage es nicht lebt. Gesundheitsförderung ist nicht hilfreich, wenn es heißt „wir bieten jetzt einmal die Woche Yoga an“. New Work ist nicht einfach nur mehr Home Office. Den letzten Impuls lieferte eine Freundin, die im Bereich HR arbeitet, die in einem Gespräch über das Thema „Retention versus Recruiting“ dazu anregte meine Leidenschaft und Expertise für Gesundheit und systemisches Coaching zu verbinden und zu versuchen, das Ganze auch für
die Unternehmen anzubieten, die noch ganz am Anfang stehen. In Start Ups werden solche Themen meist eher auf die lange Bank geschoben, weil das Geld und die Zeit fehlt. Dabei ist es gerade in dieser Phase auch bereichsübergreifend so wichtig, eine solide Basis und Strukturen aufzubauen. Denn das hilft eben gleichzeitig bei Fragen wie: Wer sind wir? Wie wollen wir arbeiten? Was brauchen wir dafür? Wichtige Themen auf interner Ebene, aber auch für die Außenwirkung einer Unternehmung und die Kommunikation sowie das Recruiting.

Was machst du anders als andere? Wie beschreiben dich deine Freunde und dein Umfeld?

Ich glaube, dass es ein Satz ist, mit dem ich auf eigentlich alle Dinge schaue: „Wie kann man das noch besser machen?“. Mein Ansatz dabei ist zu fragen, welchen Wert das Bestehende hat und daraus einen Schritt weiter zu denken. Und dann noch einen. Neugierig sein auf das was kommt; Neues schaffen indem man Neues umsetzt und Menschen nicht in Schemata pressen.
Das funktioniert nämlich selten gut. Ein beschreibender Satz dafür aus meinem Umfeld war: „Boah in deinem Kopf ist aber immer ganz schön was los.“ – denn ich versuche ständig Dinge aufzunehmen, zu sehen wo man sinnvolles übertragen kann um Neues zu gestalten.

Wann wusstest du, dass du gründen wirst?

DEN Zeitpunkt gab es nicht. Ich glaube das ist manchmal auch eine Angst, die viele mit sich tragen: wann kommt er denn, der Zeitpunkt. Wann fühlt es sich denn endlich so richtig richtig an? Bei mir ist das ganze irgendwie gewachsen. Schon in der Schule war ich die, die den Anderen gerne den Lernstoff nochmal anders erklärt hat, Ansprechpartnerin bei Konflikten war
und versucht hat, mehr aus Dingen wie Klassenfahrten rauszuholen. Später habe ich als Trainerin gearbeitet und fand das Studio, in dem ich war schlecht geführt. So hab ich es dann einfach selber gemacht. Als ich das Gefühl hatte, dort nicht mehr gebraucht zu werden, habe ich die Studios verkauft und eine nächste Herausforderung gesucht.

Was war bisher dein schönster Erfolg?

Ganz klar: Das Gefühl, als ein Team mit dem ich arbeiten durfte, mir nach einiger Zeit zurück meldete: „Wir dachten, dass wir gar nichts von dem umgesetzt haben, was du mit uns gemacht hast. Aber dann ist uns aufgefallen: Stimmt – denn wir haben nicht umgesetzt, sondern die Veränderung gelebt“. Dann weiß ich, dass ich keine Interventionen von außen gegeben habe, sondern innen drin etwas verändert habe – Haltung statt Handlung!

Welche Eigenschaft braucht man als Gründer*in?

Durchhaltevermögen. Und ein wenig gesunde Selbstüberschätzung. Es braucht den Mut, Dinge anzugehen und auch wenn ich keine Ahnung habe wie etwas genau funktioniert und dabei zu denken: „klar schaff ich das, ich finde jetzt einfach mal raus wie das geht“. Ein gutes Netzwerk ist hier natürlich auch Gold wert.

Was ist für dich das schönste daran, Gründerin zu sein?

Gestalten zu können.

Ist es schlimmer zu versagen oder es nie versucht zu haben?

Definitiv es nie versucht zu haben. Denn dann bleibt für immer die Frage „aber was ist wenn es geklappt hätte“. „Aus Fehlern lernt man“ ist etwas, was wir alle schon mal gehört haben. Doch bei Gründungen scheint das für viele plötzlich nicht zu gelten. Da bleibt die Angst, dass andere sagen können „hab ich dir ja gleich gesagt, dass das nicht klappen kann“. Ich finde es deswegen aber umso wichtiger sich eher öfter mal zu „fuck ups“ auszutauschen und die Angst vor dem Scheitern-Monster etwas kleiner werden zu lassen.

Was würdest du gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen, die am Anfang stehen, mitgeben wollen?

Es muss sich nicht alles gut anfühlen. Viele Gründerinnen mit denen ich sprechen durfte, sind am Anfang eher überfordert, verzweifelt und fühlen so gar nicht den „Glamour“ den man sich manchmal vorstellt. Es ist total normal, dass vieles sich erstmal einfach nicht gut anfühlt. Unser Gehirn hat eben auch gar keinen Bezugsrahmen für viele der Herausforderungen. Versuch immer wieder inne zu halten, darauf zu schauen was alles schon geklappt hat.

Gibt es etwas in deiner Gründung, bei dem du gerade konkret Hilfe benötigst?

Ich möchte gerne mein Netzwerk erweitern. Mit noch mehr Gründerinnen sprechen um die Herausforderungen und Wünsche noch besser kennen zu lernen.

Wie können sich unsere Leser*innen mit dir vernetzen?

Man findet mich gut über LinkedIn und kann mich auch über meine E-Mail-Adresse erreichen. 

Vielen Dank Alessia, wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft! 

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Lena Snykers

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