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Gründerinnen Interview: Sina Kämmerling

"Und dann fällt mir auf, dass ich wirklich eine Kultur geschaffen habe, die es vorher so nicht gab."

Wer bist du und was machst du mit deinem Start-up?

Mein Name ist Sina Kämmerling und ich habe mit meinen Mitgründern Findiq gegründet, um das Thema Expert:innenwissen in der Industrie zu erhalten

Was treibt dich täglich aufs Neue an?

Unser Produkt ist sehr technisch und wir adressieren einen Markt, der sehr technisch ist. 

Die größere Vision mit dem Produkt ist es, das Thema Menschlichkeit und Weiblichkeit in technische Branchen zu bringen. 

Als wir angefangen haben, wurde mir gesagt, ich solle mir einen männlichen Partner holen, um dem Thema Maschinenbau auf Augenhöhe begegnen zu können. 

Das hat mich dazu angetrieben, zu sagen:“Nein, ich mache das so, wie ich bin.“ 

Wie bist du auf deine Gründungsidee gekommen?

Ganz am Anfang wollte ich zusammen mit meiner Freundin etwas anderes gründen, habe dann aber  gemerkt, dass mir alles dazu fehlt.

Dann habe ich mich ein Jahr später bei einem Wettbewerb angemeldet und wurde zufällig einem Team zugeteilt, wir haben gemeinsam an einer Challenge gearbeitet, um konkrete Corona-Probleme zu lösen.

Der Plan war es, Techniker:innen-Wissen vor Ort zur Verfügung zu stellen, weil die Techniker:innen aufgrund von Corona nicht reisen durften.

Aus diesem Team ist ein Forschungsprojekt entstanden, bei welchem ich meinen heutigen Mitgründer kennengelernt habe.

Was machst du anders als andere? Wie beschreiben dich deine Freunde und dein Umfeld?

Wir sind im Technik-Bereich unterwegs und dabei ist alles was wir tun sehr menschlich und nahbar

Der Vertrieb läuft bei uns nicht über LinkedIn, sondern ich fahre zu den Menschen hin und wir haben persönlichen Kontakt.

Was war das Verrückteste, was du für deine Gründung getan hast?

Das ist eine schwierige Frage, ich bin gar nicht so verrückt – aber ich habe schon wahnsinnig viel Geld gelassen für diese Gründung. 

Außerdem auch die Kündigung aus einem sicheren Job in einer Lebenssituation, wo wir eigentlich Haus und Familie gründen wollten.

Wir haben quasi alles aufgegeben und mussten viele Kompromisse in unserem Leben eingehen.

Das war für alle eine emotional anstrengende Zeit.

Was war bisher deine größte Herausforderung? Und wie hast du sie gemeistert?

Am schwierigsten war es bisher, Kund:innen zu finden. 

Ich habe sehr lang daran gezweifelt, ob meine Art Vertrieb zu machen richtig ist. 

Ich habe gegen jeden Ratschlag gehandelt, der mir auferlegt wurde und trotzdem ist am Ende eine Strategie daraus geworden.

Und selbst, wenn etwas mal schief läuft: du wachst am nächsten Morgen trotzdem wieder auf, dann sind trotzdem die Termine und dann machst du einfach.

Was war bisher dein schönster Erfolg?

Da hatte ich viele! Mein erster größter Erfolg war, als wir unseren ersten Kunden hatten. 

Ich hatte auch mal eine Schülerpraktikantin die gesagt hat:“Ich würde am liebsten gar nicht mehr zur Schule gehen, ich will bei euch bleiben.“ 

Und dann fällt mir auf, dass ich wirklich eine Kultur geschaffen habe, die es vorher so nicht gab.

Welche Eigenschaft braucht man als Gründer*in?

Man braucht definitiv Durchhaltevermögen!

Eine Visionskraft zu haben ist das Eine, aber man muss durchhalten und antizipieren

Wenn wir eine Kundin oder einen Kunden gewonnen haben, heißt das in der Konsequenz auch, dass wir mehr arbeiten müssen, um die Leistung zu erbringen.

Was würdest du gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen, die am Anfang stehen, mitgeben wollen?

Traut euch und hört auf euer Bauchgefühl! Man unterschätzt sich oft selbst und das völlig zu unrecht.

Gibt es etwas in deiner Gründung, bei dem du gerade konkret Hilfe benötigst?

Manchmal fehlt mir der Überblick über alles und man muss erstmal Leute finden, die unser Thema interessant finden.

Diesen Überblick zu haben und Investorinnen zu finden, ist oft nicht leicht.

Wie können sich unsere Leser*innen mit dir vernetzen?

Ihr erreicht mich gut per Mail oder auch auf LinkedIn.

 

Vielen Dank, Sina! Wir wünschen dir alles Gute für die Zukunft.

 

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Lena Snykers

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