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Zwei Frauen vor weißem Hintergrund.

Gründerinnen Interview: Franziska & Anna

"Vertraut euch und eurer Idee." - Franziska und Anna haben ihr Hobby zum Beruf gemacht

Wer seid ihr und was macht ihr mit eurem Start-up?

Wir sind Anna und Franzi und mit Kleidertausch.de engagieren wir uns für einen nachhaltigeren Modekonsum, bei dem die Wertschätzung von Kleidung und nicht Gewinnmaximierung im Vordergrund steht.

Was treibt euch täglich aufs Neue an?

Die Modeindustrie ist eine der klima- und umweltschädlichsten Industrien überhaupt, Menschenrechtsverletzungen gehören quasi zum Geschäftsmodell. Doch vielen ist das gar nicht bewusst. Vor allem in den letzten Jahren gibt es eine immer krassere Kluft zwischen aufwendigen Marketingkampagnen, bei denen sich Unternehmen als nachhaltig inszenieren, und der bitteren Realität, dass immer mehr Klamotten in immer schlechterer Qualität produziert werden. Wir möchten dem etwas entgegensetzen und engagieren uns dafür, dass Kleidung wieder mehr wertgeschätzt wird. Das, was einem nicht mehr passt oder schlicht nicht mehr dem eigenen Geschmack entspricht, kann man auf Kleidertausch-Events gegen die Schrankhüter von anderen tauschen. So bleibt Kleidung länger im Kreislauf und man selbst geht mit echten Lieblingsteilen nach Hause statt mit einem belanglosen Impulskauf. Damit das Tauschen und nachhaltiger Konsumieren möglichst einfach ist, haben wir einen Veranstaltungskalender auf unserer Webseite. Dort könnt ihr mit wenigen Klicks ein Kleidertausch-Event in eurer Nähe finden.

Wie seid ihr auf eure Gründungsidee gekommen?

Kleidertausch.de haben wir einige Jahre ehrenamtlich gemacht. Am Anfang war es ein Greenpeace-Projekt, dann sind wir aber immer eigenständiger geworden und haben immer mehr Zeit und Energie in Kleidertausch.de gesteckt. Irgendwann ist uns bewusst geworden, dass das Projekt mittlerweile lange über ein ehrenamtliches Hobby hinausgeht. Außerdem haben sich unsere Lebensumstände geändert: Anna hat zwei Kinder bekommen und Franzi hat ihr Studium beendet. Daraus hat sich die Notwendigkeit ergeben, Geld mit unserer Arbeit zu verdienen. Und natürlich aus den tausenden Ideen, die wir gerne umsetzen möchten und die einfach finanziert werden müssen.

Was war bisher eure größte Herausforderung? Und wie habt ihr sie gemeistert?

Ein Pitch-Wettbewerb! Wir haben uns getraut, bei einem Wettbewerb an der Uni Wuppertal gegen andere Gründungsteams anzutreten. Das war ganz schön aufregend für uns, vor so vielen Menschen zu sprechen und unser Herzensprojekt den kritischen Augen der Jury auszusetzen. Leider hat es für einen Preis nicht gereicht, wir sind aber trotzdem stolz auf uns, dass wir es versucht haben.

Was war bisher euer schönster Erfolg?

Das Start-up Center der Uni Wuppertal hat uns gefragt, ob wir einen Kleidertausch in ihren wunderschönen Räumlichkeiten am Arrenberg organisieren können. Darüber haben wir uns riesig gefreut und es war ein super Tag für uns!

Welche Eigenschaft braucht man als Gründer*in?

Definitiv Durchhaltevermögen. Es geht so oft etwas schief oder Projekte, die man angehen möchte, dauern doch viel länger als geplant. Zum Beispiel haben wir seit Kurzem einen Newsletter. Es klingt mega einfach, einen zu erstellen, aber letztendlich muss man doch viel mehr recherchieren und vorbereiten als man so denkt. Wir haben immer wieder Dinge auf unserer To Do Liste stehen, die wir super gerne machen würden, die dann aber doch erstmal noch ein paar Monate oder tatsächlich sogar Jahre warten müssen. Da ist es auch wichtig, sich nicht zu verzetteln, sondern den Fokus zu behalten.

Was ist für euch das schönste daran, Gründerin zu sein?

Die Selbstbestimmtheit. Wir können entscheiden, was wir machen wollen und wie. Das ist super schön. Und mit der richtigen Gründungspartnerin ist es echt toll, dass man zusammen sein Herzensprojekt verwirklichen kann.<3

Was würdet ihr gründungsinteressierten Frauen und Gründerinnen, die am Anfang stehen, mitgeben wollen?

Vertraut euch und eurer Idee und sucht euch Team-Mitglieder, auf die ihr euch verlassen könnt. Das heißt, dass ihr euch menschlich gut verstehen solltet, aber auch, dass die andere Person zuverlässig ist und euch wirklich Aufgaben abnimmt. Wir merken auch gerade, dass es gut war, nicht direkt „all-in“ zu gehen, sondern nebenbei den normalen Job zu behalten. Es ist zwar doof, dass man so viel weniger Zeit für seine Gründung hat, lässt einen nachts aber auch ruhiger schlafen.

Gibt es etwas in eurer Gründung, bei dem ihr gerade konkret Hilfe benötigt?

Wir brauchen noch Fördermitglieder, damit wir unser gemeinwohlorientiertes Projekt auch wirklich finanzieren können. Unsere größte Schwierigkeit besteht gerade darin, dass wir kein klassisches Produkt anbieten. Wir möchten mit Kleidertausch-Events ja gerade schaffen, dass Menschen weniger konsumieren. Tipps, wie man seine eigene Veranstaltung organisieren kann, möchten wir bewusst kostenlos anbieten, damit möglichst viele Menschen daran teilhaben können. Auch unsere Schulvorträge sind toll, aber reich wird man davon bestimmt nicht. Immer wieder bekommen wir das Feedback, dass wir mehr „monetarisieren“ sollten, um ein „lukrativeres Geschäftsmodell“ zu schaffen. Wir sehen uns aber eher verwandt mit Greenpeace oder anderen NGOs. Also falls ihr ein paar Euro übrig habt und unser Projekt unterstützen möchtet, schaut gerne mal auf Steady vorbei und schließt eine Fördermitgliedschaft ab.

Wie können sich unsere Leser*innen mit euch vernetzen?

Schaut euch gerne mal auf unserer Webseite um und abonniert unseren Newsletter. Wir freuen uns auch immer über Nachrichten von euch! Ihr könnt uns gerne eine E-Mail schreiben oder uns bei Instagram oder Facebook abonnieren. Es ist immer schön, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen!

Vielen Dank Franzi und Anna, wir wünschen euch alles Gute für die Zukunft!

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Lena Snykers

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